Einf├╝hrung

Die feierliche Definition der Unbefleckten Empfängnis ist wie die Göttliche Mutterschaft und die immerwährende Jungfräulichkeit Marias ein Teil der christologischen Lehre der Kirche, die jedoch als unabhängiges Dogma verkündet wurde. Obwohl das Dogma ein Privileg Marias hervorhebt, betont es in Wirklichkeit die Würde und Heiligkeit, der es bedarf, um Mutter Gottes zu werden. Das Privileg der Unbefleckten Empfängnis ist die Quelle und die Grundlage für die Allheiligkeit Marias als Mutter Gottes.

Im engeren Sinn erklärt das Dogma der Unbefleckten Empfängnis, „dass die Allerheiligste Jungfrau Maria vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an durch eine einzigartige Gnade und ein einzigartiges Privileg des allmächtigen Gottes und in Anbetracht der Verdienste Jesu Christi von jedem Makel der Erbsünde befreit war.“

Dieses Dogma hat sowohl eine negative als auch eine positive Bedeutung, die sich gegenseitig ergänzen. Die negative Bedeutung betont die Freiheit Marias von der Erbsünde dank der vorweggenommenen oder rückwirkenden (hier vorbeugend genannten) Gnade des Erlösungsaktes Christi. Durch das gleiche Vorkommnis weist das Dogma auf die Allheiligkeit Marias hin. Diese positive Bedeutung ist die Folge des Nichtvorhandenseins der Erbsünde. Das Leben Marias wird für immer und aufs Engste mit Gott verbunden, und auf diese Weise ist sie die Allheilige.

Obwohl es schwer zu erklären ist, die Erbsünde verursacht Unruhe im Denken und in der Handlungsweise besonders im Hinblick auf die Vorrangstellung der Gegenwart Gottes in unserem Leben. Indem die Kirche Maria als unbefleckt empfangen erklärt, ehrt sie in ihr jemanden, der niemals Gott das geringste Liebeszeichen verweigert hat. Das Dogma verkündet, dass vom ersten Augenblick ihres Daseins Maria außergewöhnlich heilig und in beständiger Verbindung mit der heiligmachenden Gnade des Heiligen Geistes war.