SCHWARZE MADONNEN : UNSERE LIEBE FRAU VON CHAMINADE

(Ke Lede o Kaminaka)

Von Dr. David Coleman sowie dem Fachbereich der Geisteswissenschaften und den Schönen Künsten an der Chaminade Universität in Erwartung des 125. Jahrestages der marianistischen Präsenz auf der Insel Hawaii in Auftrag gegeben, stellt die Ikone das vertraute Bild Marias und Christi mit polynesischen Merkmalen dar. Nach einer Reihe von Verhandlungen mit Pater Damien Higgins von der Ukrainischen Katholischen Kirche, die eine häufige Anbieterin von Kursen in Ikonographie in Honolulu ist, wurde der jetzigen Gestaltung zugestimmt.

Auf der Grundlage des Prototyps „Unserer Lieben Frau von Kykklos“ (c. 1668) zeigt sie die Mutter und das Kind, aber sie schauen eher auf den Betrachter, als dass sie sich gegenseitig anblicken, und laden alle ein, an der Beziehung, die sie miteinander teilen, Anteil zu haben. Die wesentliche theologische Betrachtung jeder Ikone der Theotokos (Gottesgebärerin oder „Die Eine, die Gott trägt“) ist die des Geheimnisses der Menschwerdung, wodurch der Mensch und das Göttliche zusammenkommen und Himmel und Erde in wahrer Gemeinschft wiedervereint werden.

Maria trägt die Insignien einer Ali'i, einer edlen hawaiianischen Frau, die an eine königliche Majestät erinnert. Sie ist in einen weiten Umhang von Kapa Tuch mit Pflanzenmustern gekleidet, die mit der hawaiianischen Kultur und seiner Spiritualität in Verbindung stehen. Die erste Reihe der Muster zeigt die Kukui Nuss oder der Baum des Lichts und erinnert an Christus als dem „Licht der Welt“ (Johannes 8,12); die nächste zeigt die Taro, die Hauptnahrung oder das „Brot“ des hawaiianischen Volkes. Die nächste Reihe symbolisiert die Brotfrucht, die ein Symbol der Heilung ist, und schließlich folgt der weiße Hibiskus als Symbol der Schönheit und der Reinheit.

Maria ruht auf dem Pazifischen Ozean auf einem Cherubim, der zu ihren Füßen schwebt. Zwei Engel mit Kahili stehen auf jeder Seite in strammer Haltung, während die himmlischen Heerscharen dem Geheimnis Gottes beiwohnen, das Mensch wird. Über ihnen befinden sich die Sonne und der Mond, die in der byzantinischen Ikonographie nicht nur den Himmel sondern die ganze Schöpfung symbolisieren. Sie werden im Allgemeinen in der byzantinischen Ikonographie dazu verwendet, um die Gefühle und Sehnsüchte der von Gott geschaffenen Welt zum Ausdruck zu bringen.

In den beiden Kreisen über der Sonne und dem Mond stehen die Monogramme für die Mutter Gottes, der Theotokos, mit unmittelbar oberhalb sich befindenden Sternen, die traditionell auf der Außenseite ihres Schleiers zu sehen sind; diese Sterne symbolisieren die wundersame Natur ihres Gebärens und verweisen auf die Glaubenslehre, dass Maria vor, während und nach der Geburt Jesu Jungfrau war. Die schwarzen Perlen aus Tahiti wurden geschenkt und , um repräsentieren alle Inseln. Christus hat zwei Opale, um die Herrlichkeit des Regenbogens widerzuspiegeln, der so in der hawaiianischen Landschaft und als Versprechen Gottes an Noah, einen Bund zwischen Himmel und Erde zu schließen, gegenwärtig ist.

Die beiden Seitentafeln des Triptychons zeigen die Gründer der marianistischen Ordensgemeinschaft: Pater Wilhelm Joseph Chaminade, Mutter Adele de Batz de Trenquelleon und Marie Therese Charlotte de Lamourous. Jedem Gründer sind Schriftbänder beigefügt, die ihren Glauben an die Menschwerdung zum Ausdruck bringen. Als eine Erweiterung dieses Glaubens wird Pater Chaminade von den Bildern der Chaminade Universität mit ihren Ursprüngen im St. Louis Kolleg umgeben. Die Frauen werden durch die Bilder und Symbole des Unbefleckten Herzens Maria und des französischen Volkes umgeben, dem sie dienten und es inspirierten. Auch sie werden auf das Wasser des Meeres gesetzt, das die verschiedenen Teile der Welt zu einer Menschheitsfamilie verbindet.

Die Ikonen wurden in Augusta in Georgia im Studio des Paters Damian gefertigt. Sie sind auf Bretter aus Pappelholz gemalt, die gelagert worden sind, mit Leim aus Tierhaut getränkt und dann mit alter Leinwand und Schichten von gessoe (zerstoßener Marmor und Leim aus Kaninchenhaut) bespannt wurden. Der 23 karätige Hintergrund aus Blattgold und die Heiligenscheine werden von roter Siegelerde (Ton mit Fischleim) gefasst, und das gesamte Bild wurde mit Eigelb (Eitempera) gemalt, das außerdem mit olifa (Leinöl und Standöl sowie Japan drier) lackiert wurde.